Freie Presse, Grünhain 23.6.2021

Bericht von Katja Lippmann-Wagner

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Heike und Wolfgang Lorentz, die Schwibbogenbauer aus Niedersachsen, waren nach langer Pause wieder im Erzgebirge. In Grünhain erhielten sie eine besondere Leihgabe.

Grünhain-Beierfeld. 

Eigentlich bauen Heike und Wolfgang Lorentz so ziemlich jeden Ortsschwibbogen nach, den es im Erzgebirge gibt. Entstanden ist so eine umfangreiche Ausstellung, die auch schon im Pferdegöpel in Johanngeorgenstadt zu sehen war. An einen Ortsschwibbogen allerdings hat sich das Paar, das das Erzgebirge als zweite Heimat bezeichnet, noch nicht getraut: den Grünhainer Schwibbogen, der 20217 anlässlich der 750 Jahrfeier entstand. Er sei einfach extrem filigran und schwer ins Modell zu bringen, so Heike Lorentz, die sich um die malerische Gestaltung der Lichterbögen kümmert. Doch nun gab es für sie und ihren Mann eine Überraschung. Die Idee zu dem Schwibbogen hatte damals Ortsvorsteher Jens Ullmann, die kreative Gestaltung lag in den Händen von Stefan Gräßler und die Statik hatte Martin Schubert zu verantworten. Lars Lorenz setzte den Holzbau um. In der Advents- und Weihnachtszeit erstrahlt der Schwibbogen seit 2017 in unmittelbarer Nähe zum Markt. Er steht frei und ist ein echtes Schmuckstück. Zu sehen sind der Grünhainer Abt, ein Obersteiger aus Schneeberg, das Stadtwappen, der Fuchsturm und der alte König-Albert-Turm auf dem Spiegelwald.

Zurück zu Familie Lorentz: Ende vergangener Woche bei ihrem Besuch im Erzgebirge, auf den sie so lang warten mussten, traf sich das Paar in Grünhain mit Ortsvorsteher Jens Ullmann und Bernd Weise. Denn Weise, der ursprünglich den Beruf des technischen Zeichners erlernte und später als Lehrer arbeitet, hatte sich schon vor einiger Zeit an den Schwibbogen gewagt. „Ich habe bei Stefan Gräßler nachgefragt, ob ich ihn nachbauen dürfte und mir sein Okay geholt.“ Insgesamt drei Schwibbogen sind mittlerweile in seiner Werkstatt entstanden. Einen davon hat Jens Ullmann gekauft. „So ein Exemplar musste ich einfach haben“, sagt Ullmann.

Durch den Kontakt zu den Schwibbogenbauern aus Wedemark reifte eine ganz andere Idee: Ullmann stellte den beiden Erzgebirgsfans sein Modell als Leihgabe zur Verfügung. „Das freut uns unglaublich. So etwas gibt es nur im Erzgebirge“, ist sich Heike Lorentz sicher. Nach der Übergabe des Modellbogens – natürlich am Standort des Großschwibbogens – ging dieser aber zunächst nach Gelenau ins Depot Pohl-Ströher. Seit Oktober ist dort die Schwibbogenausstellung aufgebaut. Allerdings wurde sie erst am Wochenende für Besucher geöffnet. „Dort hat der Schwibbogen einen exzellenten Platz bekommen“, findet Wolfgang Lorentz, der sich mit seiner Frau auch noch die Werkstatt von Bernd Weise anschaute.

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